Die Jungen Journalisten

Interview mit Bahman Ghobadi (Regisseur von Turtles Can Fly)
Turtles Can Fly
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Wann haben sie angefangen, den Film zu drehen und wie lange hat der Dreh gedauert?
Wir haben genau 2 Monate nach dem Sturz von Saddam Hussein und 5 Monate vor seiner Festnahme angefangen zu drehen. Insgesamt haben wir 3 Monate gebraucht.

War es schwierig, in dieser Zeit, der Nachkriegszeit, diesen Film zu drehen?
Unser Problem war eigentlich gar nicht diese Nachkriegszeit, sondern, dass wir nicht genügend Geld zur Verfügung hatten und dass ich deshalb ziemlich viel aus meiner eigenen Tasche bezahlen musste. Manchmal haben wir, nur um Geld zu sparen, die Grenze schwarz überquert.

War dies das erste Mal, dass Ihr Film im Ausland gezeigt wurde?
Ja, das war sozusagen die erste Auslands-Premiere, jedoch wurde der Film auf 40 weiteren Filmfestivals in ihr Programm aufgenommen. Übrigens wird „Turtles Can Fly“ im April diesen Jahres noch in den Berliner Kinos anlaufen und im Mai dann Deutschlandweit.

Ist die Geschichte wirklich so passiert wie im Film oder sind nur die Umstände wahr?
Ja, die Umstände waren wirklich so und mein Film beruht auf einer wahren Begebenheit, außerdem hat jeder Kurde seine eigene, traurige, Geschichte.

Ich habe gehört, dass ihr Drehbuch anfangs nur aus 15 Szenen bestand, haben sie den Rest während des Filmes geschrieben?
Ja das stimmt, ich hatte nur diese paar Szenen und den Rest habe ich dann zusammen mit den Schauspielern entwickelt.

Was gab dem armlosen Jungen eigentlich die Gabe, in die Zukunft zu schauen, war er ein Zauberer, oder hatte er irgendwelche übernatürlichen Kräfte?
Es war die Hoffnung die in ihm ruhte, die ihm sagte, wenn etwas Schlimmes passieren sollte.

Hatte ihr Film eine besondere Message an die Zuschauer, oder sollten sie sich einfach nur zurücklehnen und den Film genießen, ohne viel nachzudenken?
Nein, anfangs habe ich diesen Film nicht gemacht um den Zuschauern eine bestimmte Message zu vermitteln, aber wenn ich jetzt im Nachhinein noch mal darüber nachdenke, fände ich es wirklich gut, wenn der Film es schafft, die Zuschauer wieder darauf hinzuweisen, dass die Amerikaner und die Europäer diese Gegend mit Minen „verschmutzt“ haben und sich nicht darum kümmern, dass sie auch wieder weggeräumt werden.

Haben sie auch schon andere Filme gemacht? Wenn ja, welche und waren sie auch so erfolgreich wie „Turtles Can Fly“?
Ja ich habe noch zwei andere Filme gemacht, die ähnlich erfolgreich waren: „Verschwundener im Irak“ und „The Time for Drunken Horses“(2001, Berlinale).


Vielen Dank für dieses Interview, Mister Ghobadi!

Rebecca Martin, 14 und Till Gerber, 14