Merel ist 12 1/2 Jahre alt. Sie liest sehr viel, wann immer sie Zeit hat, kümmert sie sich liebevoll um ihren jüngeren Bruder, der im Rollstuhl sitzt. Doch Merel wächst langsam alles über den Kopf, dauernd wird sie von ihren Mitschülern geärgert - sogar gemobbt. Zum Glück bleibt Merel stark, sie behält ihre Hoffnung...
Besonders soll uns dieser Film etwas darüber erzählen, wie ein Mädchen versucht, die Dinge allein in den Griff zu bekommen. Es gibt Filme und viele Bücher über Kinder die gemobbt werden, die meisten haben eine Moral: Seid nett zu euren Mitschülern, wenn ihr geärgert werdet, sprecht mit euren Eltern oder Lehrern.
Doch bei diesem Film gibt es genau diese Moral nicht, es wird dem Zuschauer "nur" etwas aus dem Leben eines Mädchens erzählt und von ihren Problemen. Man merkt, wie sie sich langsam verändert, wie sie älter wird.
Manchmal war ich etwas irritiert, weil es plötzliche Bild- oder Szenenwechsel gab. Aber sie verleihen den Bildern und damit auch der Kameraführung mehr Eindruck. Man meint, mehr verstanden zu haben als gesagt wurde.
Hier ist ein sehenswerter Film entstanden, ein Film zum Verstehen.
„Bluebird“ von Mijke de Jong ist eine langsame Geschichte über die Liebe zu anderen, zu sich selbst und zum Leben.
Merel ist 12 Jahre alt und ein ganz normales Mädchen, das in jeder freien Minute liest und sich liebevoll um ihren kleinen Bruder Caspar kümmert, der im Rollstuhl sitzt. Als ihre Mitschüler beginnen sie zu schikanieren, vertraut sie darauf, dass dies nur eine vorübergehende Phase ist. Doch um die Situation nicht zu verschlimmern oder Caspar auf jegliche Art zu gefährden, versucht sie, ihre Probleme alleine zu lösen. Erst als sie durch die Auseinandersetzung mit sich selbst ihre eigenen Stärken erkennt, findet sie Kraft sich diesen Problemen zu stellen.
Die Außenseiterthematik wird in diesem Film dem Zuschauer durch die realistische Situation besonders eindringlich nahe gebracht. Hervorzuheben ist die Beziehung zwischen Merel und Caspar die durch eine seltene Ehrlichkeit geprägt ist.
„Bluebird“ lässt viele alltägliche Fragen in einem neuen Licht dastehen und regt in jedem Fall zum Nachdenken an.
Merel liebt Bücher, Kunstspringen und ihren kleinen Bruder. Er ist körperlich behindert und sie schenkt ihm viel Aufmerksamkeit. Sie ist also nicht wirklich anders als ihre Mitschüler und trotzdem wird sie von ihnen ständig schikaniert. Zunächst sind es „nur“ kleine Sticheleien, doch mit der Zeit wird es immer brutaler. Ihr geliebtes Skatbord und ihr nagelneues Fahrrad werden zerstört, ein Aufsatz verschwindet und schließlich wird sie auch noch verprügelt. Die Lehrer scheinen von all dem kaum etwas zu merken und auch die Eltern beschäftigen sich eher mit dem Umzug des Bruders in die Reha-Klinik. In ihrer Verzweiflung vertraut sie sich niemandem an und wird dadurch immer einsamer. Dennoch besitzt die Zwölfjährige eine unerschütterliche Stärke. Dann lernt Merel Blackbird kennen, einen jungen Mann, der sich genauso für Bücher interessiert wie sie. „Bluebird“ nennt er sie und bringt sie damit nach langer Zeit wieder zum Lachen.
An diesem Film hat mich besonders berührt, mit welcher Kraft das Mädchen die Peinigungen aushält. Wenn alle dich ausschließen, ist das wohl das Schlimmste, was dir in der Schulzeit passieren kann. Zwischen mir und der Hauptfigur blieb dennoch eine gewisse Distanz, da die Kamera das Mädchen fast dokumentarisch durch ihren Alltag begleitete. Aber durch das wahrhaftige Spiel der Darstellerinnen und Darsteller konnte ich mich sehr gut in die Situationen hineinversetzen.
Eigentlich gibt nichts an Merel Anlass dafür, dass sie von ihren Mitschülern so fies behandelt wird. Außer, dass sie für ihr Alter "etwas zu viel" liest und sich liebevoll um ihren kleinen Bruder kümmert, der behindert ist und im Rollstuhl sitzt.
Doch die Probleme häufen sich, und Merel vertraut sich keinem an.
Nun muss sie sich entscheiden: Das Mobbing einfach weiter gehen lassen oder endlich etwas dagegen tun.
"Bluebird" ist ein wunderschöner Film mit super Schauspielern.
Trotz des ernsten Themas wurde der Film doch oft lustig und manchmal auch ruhig gedreht.
Das einzige, was mich gestört hat, war das schlagartige Ende: Plötzlich war alles "Friede, Freude, Eierkuchen", und man wusste nicht wirklich, wie es mit Merels Problemen weitergeht.
