Lieber nicht zwölf werden. Chava, ein elfjähriger Junge, der mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern in El Salvador lebt, hat Angst. Eigentlich müsste er sich freuen, denn er hat bald Geburtstag: zwölf Jahre alt. Aber die Angst sitzt tief. Es herrscht Bürgerkrieg und mit zwölf holt einen die Armee...
In diesem wunderbaren und realitätsgetreuen Film fiebert der Zuschauer richtig mit: wird Chava nun geholt, oder wird er überleben. Viele von Chavas Freunden werden hingerichtet und einer muss zur Armee, wo er schon mit zwölf Jahren lernt, wie man so viele Menschen wie möglich tötet.
Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit, was ihn sehr lebendig macht. Der Zuschauer ist hin- und hergerissen von den einerseits schrecklichen und furchtbaren Kriegsmomenten und den ruhigen, wenn die Kinder versuchen, ihren Alltag durch Spielen so "normal" wie möglich zu gestalten. Obwohl die Thematik an sich sehr traurig, schrecklich und auch erniedrigend ist, so verliert der Film nicht an Witz. In der Tat, in dem Moment, wo die ganzen Zuschauer in die Taschentücher schniefen, muss man wieder über etwas lachen. Es sind zwar oft nur Details, aber ganau das macht den Film so außergewönlich.
Was mich weiterhin sehr beeindruckt hat, waren die Nahaufnahmen in Kombination mit der Musik. Es geht nicht anders; man bekommt einfach eine Gänsehaut dabei. Auch die Dialoge sind außerordentlich. Sie sind meistens knapp, aber dafür sehr weise. Man "saugt" das Wissen förmlich in sich und überträgt es in manchen Situationen auf sich selbst...
Ob Chava und seine Familie überlebt, oder ob er doch zur Armee muss ist eine Frage, die den Zuschauer durch den ganzen Film begleitet. Die Hin- und Hergerissenheit der Gefühle macht einen fast wahnsinnig, aber genau das ist wunderschön.
Dieser Film ist - ohne zu übertreiben - der beste Film, den ich je gesehen habe und es lohnt sich mit Sicherheit, ihn anzuschauen! Ob Groß oder Klein - das Thema geht allen sehr nah und es ist, meines Erachtens nach, eine Ehre für "14 plus", einen so aussagekräftigen, traurigen, aber auch lustigen Film im Programm zu haben!
„Ich werde diesen Film machen, ganz egal wie viel Zeit es mich kosten wird“, sagte Luis Mandoki, als er das Drehbuch von Oscar Torres in den Händen hielt.
„Innocent Voices“, der aus der Sicht von Chava, einem 11 jährigen Jungen erzählt wird, schildert die Ereignisse zu Beginn der 80er Jahre in El Salvador. Jedes Jahr kommen Truppen der Armee in seine Stadt, um neue Soldaten zu rekrutieren. 12 Jahre alte Soldaten. Denn mit 12 wird man zum Militärdienst eingezogen. Aber auch so ist der Alltag für den heranwachsenden Chava nicht leicht. Sein Vater hat die Familie verlassen, seine Mutter arbeitet viel, um ihn und seine beiden Geschwister ernähren zu können. Und dann sind da noch die nächtlichen Schießereien zwischen der Armee und den Guerilla die die Nacht zum Tag machen.
Es sind diese kleinen Momente in „Innocent Voices“ die auf sich aufmerksam machen: Wie Chava seinen kleineren Bruder aufheitert, indem er sich mit Lippenstift ein Clownslächeln ins Gesicht malt, während über ihnen die Kugeln hinweg fliegen oder wie er den verbotenen Radiosender der Guerilla hört und, kurz bevor die Armee ihn entdeckt, schnell umschaltet, um dann zu Gloria Gaynors „I will survive“ die Straße lang zu tanzen.
Die Bilder, die uns Mandoki zumutet, sind gleichermaßen grausam und wundervoll und es ist bemerkenswert, wie der Film es schafft, einerseits die politischen Hintergründe klar zu machen und andererseits trotzdem nie die Sicht Chavas zu verlassen.
Aufwendig inszeniert – und das trotz eines Budgets von „nur“ 5 Mio. US$ - ist „Innocent Voices“ allemal. Man sieht dem Film förmlich an, dass Luis Mandoki sein Handwerk in Hollywood gelernt hat (Mandoki drehte bis jetzt Filme wie "Message in a Bottle" mit Kevin Costner und "24 Stunden Angst" mit Charlize Theron). Und er verzichtet auch nicht darauf, sich einiger typischer erzählerischer Tricks zu bedienen. Was hier allerdings nicht negativ gewertet werden sollte, denn was überwiegt, ist auf jeden Fall die Geschichte. Und diese ist gleichzeitig so rührend und so lustig, dass man nicht weiß, ob man nun weinen oder lachen soll.
1980: Chava, seine Mutter und seine zwei Geschwister leben in der Zeit eines schweren Bürgerkrieges in El Salvador. Durch das Dorf in dem Chava mit seiner Familie lebt verläuft die Front zwischen Guerillas und dem staatlichen Militär.
Die dadurch entstehenden brutalen Auseinandersetzungen machen das Leben für die Bewohner des Dorfes zum ständigen Kampf ums überleben.
Der Regisseur Luis Mandoki schafft es, den Zuschauern, durch passend eingesetzte Musik und schöne Kameraaufnahmen, die Realität authentisch dazustellen, ohne die schönen Momente des Lebens in der Grausamkeit des Krieges untergehen zu lassen.
Durch herausragende Leistungen der Schauspieler, werden einem Glück und Elend so nahe gebracht, dass man die eigene Welt für zwei Stunden beinahe vergisst.
Es ist erschreckend, zu sehen was in vielen Ländern auch heute noch zum Alltag gehört. Die Grausamkeiten, denen Kinder und auch andere unschuldige Menschen ausgesetzt sind:
Familien werden auseinandergerissen, kleine 12-jährige Jungen müssen in den Krieg ziehen.
Einem wird beim Gucken des Filmes bewusst, wie sehr wir alle viel zu sehr die Augen verschließen und nichts dagegen tun.
Meiner Meinung nach sollte es viel mehr Filme geben, die uns nahe bringen, dass es nicht nur unsere heile Welt gibt.
El Salvador, frühe achtziger Jahre: Es herrscht Bürgerkrieg. Der elfjährige
Chava und seine Freunde haben Angst vor ihrem 12. Geburtstag. Denn alle
zwölfjährigen Jungen werden von der Armee eingezogen…
Wer sich diesen Film ansehen möchte, dem sollte bewusst sein, dass es sich
bei „Voces Inocentes“ um einen Kriegsfilm handelt. Nächtliche Schießerein
und dergleichen sind hier keine Seltenheit. Trotzdem merkt man, dass man es
mit Kindern zu tun hat, die spielen und Spaß haben. Für sie ist der Krieg
zur Normalität geworden, weil sie nichts anderes gewohnt sind. Diese kleinen
Augenblicke des Glücks erleichtern es dem Zuschauer, gemeinsam mit Kindern
wenigstens für kurze Zeit den schrecklichen Hintergrund der Geschichte zu
vergessen. Bis zum nächsten Überfall …
Bemerkenswert ist die großartige schauspielerische Leistung der Kinder, die
auch die dramatischen Szenen mit Bravour meistern. In einigen Szenen (die
ich, um nicht zu viel zu verraten, jetzt nicht genauer beschreiben will)
sitzt man als Zuschauer dank ihrer ausdrucksvollen Mimik atemlos vor
Spannung im Kinosessel.
Besonders erschütternd finde ich, dass „Voces Inocentes“ eine Autobiografie
von Drehbuchautor Oscar Torres ist.
Es ist bestürzend, dass es auch heutzutage in vielen Ländern noch
Kindersoldaten gibt.
Trotz des traurigen Themas kann ich „Voces Inocentes“ nur empfehlen. Das
Wissen, dass es sich hier um eine autobiographische Geschichte des
Drehbuchautors Oscar Torres handelt, lässt einen zwar einerseits noch
erschütterter aus dem Kino kommen, andererseits erinnert einen diese
Tatsache aber auch daran, dass auch heute noch in vielen Ländern Kinder als
Soldaten missbraucht werden. Ihr Schicksal sollte niemandem egal sein.
Eine Frau steht auf und bricht in Tränen aus. Gerade wollte sie noch etwas sagen, aber aufgewühlt durch den Film „Voces Inocentes“ hat es ihr die Stimme verschlagen. Dieses ergreifende Erlebnis war das Erste, was ich sah, als ich das der Filmaufführung folgende Publikumsgespräch von „Voces Inocentes“ betrat. Es herrschte traurige Stille, die nur ab und zu von leisem Schluchzen unterbrochen wurde. Überall sah ich in erschütterte Gesichter. Den Film hatte ich noch nicht gesehen, und doch wurde ich von dieser erschütternden Atmosphäre mitgezogen. Vorne auf der Bühne standen Luis Mandoki, der Regisseur, und Oskar Torres, der Drehbuchautor, von dessen Leben „Voces Inocentes“ handelt. Ergriffen von der Reaktion des Publikums beantworteten sie einige Fragen und nahmen eine Menge Lob entgegen. Ich dachte, was muss das für ein ergreifender Film sein, dass das gesamte Publikum so reagiert und ging einen Tag später mit großen Erwartungen in den Kinosaal.
Chava wohnt mit seiner Mutter und zwei Geschwistern in einem kleinen Dorf in El Salvador. Es sind die 80er Jahre und in El Salvador herrscht ein erbarmungsloser Bürgerkrieg. Bald ist Chavas zwölfter Geburtstag. Doch freuen kann er sich darüber nicht, denn mit 12 Jahren holt einen das Militär…
„Voces Inocentes“ zeigt den Kampf zwischen den Guerilla und dem Militär in seiner ganzen Brutalität und Erbarmungslosigkeit. Durch eine in langen Aufnahmen gezeigte Exekutionsszene und durch in schnellen Schnitten und heftigen Kameraschwenks aufgenommene Kriegsszenen zeigt der Film das ganze Elend diese Bürgerkrieges. Jedoch verliert er dabei nie die Hoffnung und zeigt auch die schönen Seiten des Lebens von Chava.
Das herausragende Spiel des Hauptdarstellers macht den Film noch erschütternder. Einziger Kritikpunkt ist, dass man dem Film anmerkt, dass Luis Mandoki ein Regisseur aus Hollywood ist. So lässt er in einer Szene, in der Chavas Liebe zu einem Mädchen klar gemacht werden soll, das Bild weichzeichnen und spielt überaus kitschige Musik ein. In einer anderen kommt die Rettung genau in allerletzter Sekunde, als der Soldat seine Hand gerade am Abzug hat. Solche typischen Tricks aus Hollywood lassen den auf einer echten Geschichte basierenden Film trotzdem ab und zu ein wenig unrealistisch erscheinen. Dabei hat „Voces Inocentes“ solche Mittel gar nicht nötig und würde auch ohne sie genug Spannung erzeugen.
Trotzdem hat mich der Film vollkommen überzeugt. Er rüttelt wach und zeigt das Elend der Kindersoldaten von denen es immer noch 300. 000 auf der Welt gibt. Schaut ihn euch an! Und ich bin sicher, er wird euch genauso tief berühren, wie jene Frau, die nach dem Film aufstand und in Tränen ausbrach.
In den frühen 80er Jahren entspringt in El Salvador ein grausamer Bürgerkrieg, der zwischen Widerstandskämpfern und dem staatlichen Militär ausgetragen wird. Doch wie so oft befinden sich die größten Opfer unter der Zivilbevölkerung. Vor allem in dem Dorf von Chava, im Niemandsland, durch das die Fronten von Guerillas und offizieller Armee verlaufen, bestimmen Feuergefechte, Schüsse und Explosionen den Alltag der Anwohner. Der elfjährige Chava weiß, was auf ihn zukommt, denn mit zwölf werden die Jungen vom Militär rekrutiert.
Der Film von Luis Mandoki ist sehr eindrücklich, denn er beruht auf einer wahren Geschichte, die der Drehbuchautor Oscar Torres selbst erlebt hat.
Das Knallen und Scheppern der Maschinengewehrkugeln, die durch das Wellblech der Hütten sausen, ist ohrenbetäubend, und mit jedem Schuss werde ich ein klein wenig mehr in meinen Kinosessel gepresst.
Erschreckend, wie klein man mit zwölf Jahren ist. Diese kleinen Jungen können doch unmöglich dazu in der Lage sein, Menschen zu töten. Doch dies scheint weder in Südamerika noch anderswo eine Rolle zu spielen, immer mehr Kinder werden zu Tötungsmaschinen unter dem Drill der Großen.
Trotz all dem Gemetzel und der Grausamkeit, die jeder Krieg mit sich bringt, werden uns nicht die kleinen, schönen Dinge des Lebens verwehrt. Etwas Hoffnung trägt jeder noch in sich und wenn die Kinder nachts bunte Leuchtballons aufsteigen lassen, verstummen für einen Moment die Waffen und ich kann aus meinem Kinosessel hervorkriechen.
Da diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, wage ich es kaum, diesen Film zu kritisieren, dennoch muss ich sagen, ich finde Luis Mandoki hat ein wenig zu viel Hollywood-Charakter inszeniert, zum Teil etwas zu glatt. Dennoch ein sehr bewegender Film. Meine Bewunderung gilt Oscar Torres.
