Die Jungen Journalisten

Kritik
Das tausendjährige Feuer
zur Filmseite

Das Fest des tausendjährigen Feuers rückt näher. Doch der 11-jährige Satoshi weigert sich noch immer zu sprechen. Seitdem seine Mutter gestorben ist, als er 4 Jahre alt war, wuchs er mit seinem Vater, einem erfolglosen Maler, in einer kleinen Wohnung in der großen Stadt Tokio auf. Doch nun ist auch noch der Vater gestorben, und er muss aus Tokio zu seinen Großeltern aufs Land ziehen und hat als einzige Verbindung nach draußen sein Handy welches er von seinem Vater bekommen hat und nie aus der Hand legt.
Er denkt, dass niemand ihn und sein Leid versteht und zieht sich immer weiter in die Einsamkeit zurück und hat mit Erscheinungsbildern seines Vaters zu kämpfen. Seine verzweifelten Großeltern bringen ihn zum Doktor des Dorfes und dieser nimmt sich seiner an. Auch seine Adoptivtochter, die ebenso alt ist wie Satoshi, versucht ihn so gut wie möglich ins Dorf zu integrieren und schützt ihn vor den anderen Jungen die langsam unverschämt werden und sogar sein Handy ins Meer werfen.
Sie gewinnt mit viel Liebe und Ruhe sein Vertrauen und zeigt ihm Kulissen, die er von den Bildern seines her Vaters kennt, und wie man Reis kocht. Das Fest des tausendjährigen Feuers kommt und alle fragen sich, ob Satoshi mit schwimmen wird oder nicht. Es gibt nämlich den Brauch, dass die älteren Jungen des Dorfes den langen Weg von einer Insel vor dem Festland wieder bis an den Strand schwimmen und danach ein Mann sind. Nachdem Satoshi eine Videoaufnahme gesehen hat, auf der sein Vater diesen Weg schwimmt, entschließt er sich es auch zu versuchen.
Ob er es schafft und ob er jemals wieder spricht, dass erfahrt ihr im Kino.

Es war ein sehr beeindruckender Film, der wieder einmal die Traditionen und Bräuche eines Landes auf eine Wunderbare Weise zeigt. Es ist auch schön, dass niemand Satoshi zum Reden zwingt und man die Dinge einfach laufen lässt. Was ich leider nicht so gut verstanden habe, ist der Übergang aus der Stadt aufs Land. Das hätte man vielleicht noch etwas deutlicher erklären müssen.
Aber ansonsten war es wirklich ein sehr ungewöhnlicher und bemerkenswerter Film, den man meiner Meinung nach auf jeden Fall sehen sollte.

Leonie Lampe, 14


Naoki Segi´s Film „Das Tausendjährige Feuer“ beschreibt einen Jungen, der in Tokio mit seinem Vater aufwächst.
Als sein Vater stirbt, muss er als Waise aufs Land zu seinen Großeltern ziehen. Auf eindrucksvolle Weise beschreibt der Regisseur die Welt, in die sich Satoshis nach dem Tode seines Vaters zurückzieht. Der Film lebt von vielen langgezogenen Szenen, aufgefüllt mit Farben und Musik, welche die Zeitlosigkeit der Vergangenheit ausdrücken, in der der Junge lebt. Da Satoshi weder über Laute noch über Gestik mit seiner Außenwelt kommuniziert, entwickelt sich eine stille Freundschaft zwischen ihm und einem Mädchen mit der selben Biographie. Doch erst durch den Willen und den Kraftaufwand, den er benötigt, um bei dem traditionellen „Inselschwimmen“, an dem bereits sein Vater teilnahm, ans andere Ufer zu gelangen, kommt er durch den Kampf zwischen Vergangenheit und Realität zurück ins Leben. Durch die langen Szenen mit wenig Handlung und sehr starken Gesichtsausdrücken konnte ich mich gut mit dem Jungen indentifizieren, doch wirkte der Film nicht so nachhaltig auf mich.

Leonie Groß, 15

Satoshis Vater ist tot, ein Unfall. Nun hat er gar keine Eltern mehr, denn auch seine Mutter lebt schon lange nicht mehr. Was ihm von seinem geliebten Vater bleibt, sind ein paar Bilder und ein Handy, das sein Vater ihm einst schenkte. Die einzigen Verwandten sind die Eltern seines Vaters, die in einem alten Fischerdorf wohnen und sich seiner annehmen. Satoshi gibt sich die Schuld am Tod seines Vaters und legt deshalb ein Schweigegelübde ab, trotzdem kommuniziert er mit seinen Mitmenschen, per SMS, somit wird sein Handy nicht nur sein ständiger Begleiter, sondern ist auch gleichzeitig seine wertvollste Erinnerung an seinen Vater.
Seine liebevollen Großeltern versuchen alles, um ihn wieder zum Sprechen zu bewegen, selbst das ganze Dorf lässt nichts unversucht um ihn aufzumuntern, vergebens, denn Satoshi fühlt sich allein und unverstanden. Bis er Ayumi trifft, die Adoptivtochter des Dorfarztes, sie versucht sich mit Satoshi anzufreunden, denn Ayumi hat vor kurzem ihre Mutter verloren und weiß deshalb, wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren. Sie zeigt Satoshi das Dorf und führt ihn an Orte die er von den Bildern seines Vaters kennt. Seine Sehnsucht nach seinem Vater wird aber immer größer und geht sogar soweit, dass er Tagträume von ihm hat und anfängt, ihn überall zu sehen.
Nun steht aber das Fest des tausendjährigen Feuers an, welches mit einer alten Tradition verbunden ist. Alle Jungen, die es schaffen von einer Insel, welche mehrere Kilometer vor dem Fischerdorf liegt, wieder ans Festland zu schwimmen, werden als Männer anerkannt. Satoshi erfährt, dass auch sein Vater einst an dieser Reifeprüfung teilnahm, er entschließt sich es seinem Vater gleich zu tun…
Wenn ihr wissen wollt ob Satoshi es schafft seine Trauer zu überwinden, wieder anfängt zu sprechen oder ob er die Prüfung besteht, dann müsst ihr ungedingt ins Kino gehen.

Das tausendjährige Feuer ist wirklich zu empfehlen, da der Film glaubhaft die tiefe Trauer widerspiegelt, die man empfindet, wenn man eine geliebte Person verloren hat. Indem man Satoshi die ganze Zeit begleitet, wird es auch deutlich, das solche Trauerphasen ihre Zeit beanspruchen und nicht von heute auf morgen einfach verschwinden. Hinzu kommt das klasse Schauspiel des Hauptdarstellers Shohei Murata, das einem richtig ans Herz geht.
Der Film ist teilweise sehr melancholisch, d.h. sehr bedrückend und wohl wirklich nur für Kinder ab 9 Jahren zu empfehlen, da die Thematik eine gewisse geistige Reife für das Thema Tod erfordert.

Vinzenz Lehnert, 19