Die Jungen Journalisten

Kritik
Die Brieffreundin
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In einer kleinen Siedlung in Israel wohnen Chaya, ein herzkrankes,
einsames Mädchen, und Gal, der in diesen Ferien im Dorf die Post
austrägt. Dadurch kommt er oft bei Chaya vorbei, weil diese im
Briefkontakt zu vielen israelischen Soldaten steht, die gerade im Krieg
sind und kämpfen müssen. Die beiden freunden sich an und Gal verliebt
sich sogar in sie. Sie liebt aber den Soldaten Moshe, mit dem sie sich
Briefe schreibt...

Als ich den Film gesehen haben, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl,
dass irgendetwas fehlt, irgendwas, was dem ganzen ein bisschen Schwung
gibt, es spannender und anschaulicher macht. Es ist nicht
nachvollziehbar, wie wichtig die Briefe für Chaya sind, ob sie das Foto
von Moshe dringend braucht um zu überleben, was es mit der Beziehung
zwischen ihr und Gal auf sich hat und wieso sie im Endeffekt stirbt.
Mich konnten auch die Schauspieler nicht wirklich überzeugen, dass
Chaya unter einer so schlimmen Krankheit leidet, sah man ihr nicht an.
Dass Gal in sie verliebt ist auch nicht. Die Nebenrollen finde ich aber
gut besetzt.
Ich hätte es interessant gefunden, wenn ab und zu mal aus der
Perspektive des Soldaten Moshe erzählt würde, um zu erfahren, warum er
diese Brieffreundschaft hat und ob das Schreiben ihm hilft, mit seinem
Leben an der Front besser klarzukomme. Gut fand ich aber auch mal, dass
kaum was vom Krieg gezeigt wurde.

Lulu Grimm, 15

„Hab´ keine Angst vorm Tod“, schreibt Chaya in einem Brief an einen Soldaten an der Front. Sie lebt in Israel und versucht durch ihre Nachrichten den Soldaten das Leben zu versüßen.
Als der kleine Junge Gal in ihr Leben tritt, entdeckt auch sie die schönen Augenblicke des Lebens wieder, denn diese gibt es nur selten, seit sie krank ist.
Chaya und Gal kommen sich auf sehr sensible Art und Weise näher. Gal erfährt so von ihrem Schicksal und lernt langsam damit umzugehen und sie zu verstehen.

Dadurch, dass der Regisseur uns auch an Lebensausschnitten anderer Dorfbewohner teilhaben lässt, bekommt der Film eine angenehme Auflockerung.

Jedoch werden die politischen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern nur schemenhaft und sehr einseitig angeschnitten. Dies könnte dazu führen, dass Kindern ein Bild von „gut“ und „böse“ übermittelt wird.

Man lässt sich von Chayas wunderschönen Augen und Gals Schmollmund verzaubern, ich hatte mehr politischen Inhalt erwartet.
Kinder müssen die Möglichkeit haben, sich ein eigenes Bild der Welt zu schaffen.
Diese Gelegenheit wird ihnen in „Die Brieffreundin“ genommen, daher finde ich den Film fürs Kinderfilmfest ungeeignet.

Charlotte Höppner, 15