Die Jungen Journalisten

Kritik
Turtles can fly
zur Filmseite

Bahman Ghobadis „Turtles Can Fly“ erzählt von Vertrauen und Zusammenhalt in einer Gemeinschaft und vom Leben, das, auch wenn Krieg ist, weitergehen kann.
In einem kurdischen Flüchtlingslager im Irak, an der Grenze zur Türkei setzt man alle Hoffnungen auf Satellite, den Jungen, der trotz der Umstände alle dazu bringt ein relativ normales Leben zu führen und sie mit Nachrichten versorgt. Es sind kaum Tage nach Saddams Giftgas vergangen, nicht mehr lange, bis der Zeitpunkt der amerikanischen Invasion eintreten wird. Satellite scheint ein Licht zu sein, an dem man sich orientieren kann, bis das Dunkel einen völlig umgibt, ein Ast, nach dem man greift, bevor man ertrinkt.
In Agrin findet Satellite auch für sich einen Halt, jedoch gibt es keinen Zugang zu ihr und so wird es eine neue Erfahrung für ihn, einem Menschen nicht das geben zu können, was man braucht, um sich für das Leben zu entscheiden.
Es gibt wohl kaum eine schönere Liebeserklärung an den Wert des Lebens als den Film „Turtles Can Fly“. Voller Glück und Verzweiflung wird einem klar gemacht, wie sehr der Moment zählt.
Die Kameraführung ist wunderschön und die Musik unterstreicht die Intensität des Films.
Allerdings hatte ich persönlich oft Schwierigkeiten, Zusammenhänge zu verstehen und die Geschichte stellt sich so stellenweise eher verschwommen dar.
Das sollte einen nicht davon abhalten, sich die Ferne durch diesen Film näher zu bringen.

Rebecca Martin, 14