Am Ende der 60er hält die Zivilisation, in Form einer Asphaltstrasse, Einzug im kleinen Städtchen Vittula, das im tiefsten Nirgendwo Nordschwedens angesiedelt ist. Bei diesem Großereignis, dem die ganze Stadt beiwohnt, lernen sich die beiden Jungen Matti und Niila kennen. Matti ist von Niilas feuriger Art schnell gefesselt und die beiden werden Freunde.
Einen Freund hat Niila auch bitter nötig, da er zu Hause keine Zuneigung bekommt und von seinem Vater regelmäßig verprügelt wird.
Durch Umwege kommen die beiden in den Besitz einer Schallplatte und verfallen einer ganz besonderen Liebe, dem Rock ’n’ Roll.
Beide wachsen nun mit dem gemeinsamen Traum auf, Rockstars zu werden. Lange schien dieser Traum unerfüllbar zu bleiben, da man in Vittula nicht einmal eine Gitarre auftreiben kann. Dann aber taucht ein neuer Musiklehrer an der Schule der beiden auf und entfacht ihren Traum aufs Neue, denn er bringt Instrumente mit. Schnell ist eine Band gegründet und der erste Auftritt vor den Mitschülern verschafft ihnen eine vorher unbekannte Popularität, vor allem bei den Mädchen. Matti, übermannt von soviel weiblicher Aufmerksamkeit, konzentriert sich von nun an eher auf Mädchen und Sex, während Niila immer noch an seinem Rockmusik-Traum festhält, in der Hoffnung, endlich Vittula verlassen zu können. Die Freundschaft der beiden droht zu zerbrechen…
Dem Regisseur Reza Bagher ist ein wirklich sehenswerter Film über Freundschaft, Leidenschaft und Veränderung gelungen. Der Film ist witzig ohne albern zu sein, und tragisch ohne kitschig zu wirken. Die beiden Hauptdarsteller Max Enderfors (Matti) und Andreas Af Enehielm (Niila) machen ihre Sache super und sind äußerst sympathisch. Auch Leute die mit Rock ’n’ Roll nicht viel anfangen können, werden ihren Spaß an diesem Film haben, da es eher um allgemeine Probleme des Erwachsenwerdens geht. Musik dient hier nur als Fluchtmittel aus der Realität, was den Film real und nachvollziehbar wirken lässt.
Der Film ist eher eine Hommage an die Pubertät und die Musik, die einen mehr prägen als es den Betroffenen bewusst ist.
Den Traum von Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll gibt es wohl überall auf der Welt, gut so!
Im kleinen Dorf Vittula, welches im höchsten Norden von Schweden liegt, ziehen die wilden 60er Jahre mehr oder weniger ungeachtet an den Einwohnern vorbei. Doch eines Tages wird selbst diese Einöde von Elvis und der Rock n` Roll-Musik eingeholt. Die Freunde Niila und Matti gründen eine Rockband, und was mit Luftgitarre und Plattenspieler begann wird zum Lebensinhalt der zwei Jungen und stiftet viel Verwirrung zwischen Saunawettbewerb, unzähligen Besäufnissen, prügelnden Vätern und dem Wunsch, irgendwo da draußen einmal gemeinsam den Himalaya zu erklimmen.
Der Film, der auf dem Buch von Mikael Niemi basiert, ist voll von sorgsam ausgewählten Details, von der Schlaghose über die Elvis-Plakate, bis zum Vater-Sohngespräch ist alles vertreten.
Ich betrat voller Skepsis den Kinosaal, ich hatte das Buch gelesen, und wie oft hatten Filme, deren Bücher ich gelesen hatte meine eigenen Vorstellungen zerstört und mich heillos enttäuscht? Reza Baghers Film aber hat mich überzeugt, auch wenn es kleine Abänderungen gab und Teile ausgelassen wurden. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass Zuschauer, die das Buch nicht gelesen haben, sich weniger mit den
Personen identifizieren können und so weniger Spaß an den unterschiedlichen Charakteren haben könnten.
Alles in allem und auch dank wunderschöner Bilder, guter Kameraführung und vielleicht gerade wegen der vielen Amateurschauspieler ein sehr witziger und unterhaltsamer Film.
Zögernd legen Matti und Niila die Platte auf. „Rock’n’Roll music“ von den Beatles setzt ein, und die Welt fängt sich für die beiden Jungen an zu drehen. Überwältigt von diesen nie gehörten Tönen starren sich die beiden mit offenen Mündern an. Die Musik schleudert sie an die Wand und von nun an wissen sie: Rock’n’Roll ist ihr Leben.
Die Beiden leben in Vittula, einem kleinen Kaff im Norden Schwedens, welches außer Familienbesäufnissen, Saunawettbewerben und Moskitos nicht viel zu bieten hat. Überall in der Welt herrschen die wilden 60er und 70er Jahre und endlich dringt der Rock’n’Roll auch nach Vittula vor. Von nun an sind Matti und Niila dem Rock’n’ Roll verfallen. Als der neue Musiklehrer die Schule mit E-Gitarren und Schlagzeugen versorgt, gründen die beiden mit viel Lärm die erste Rockband Vittulas.
Dieser Film basiert auf dem wunderbaren Buch „Populärmusik aus Vittula“ von Mikael Niemi. Ich hatte also schon hohe Erwartungen als ich den Kinosaal betrat. Und ich wurde nicht enttäuscht. „Popular Music“ zeigt das Aufwachsen der beiden Jungen mit derbem Humor und Sinn für die tragischen Momente ihres von Gewalt und dumpfer Spießigkeit bestimmten Lebens.
Die beiden Hauptdarsteller spielen sehr überzeugend und realistisch. Ein besonderes Lob geht an die grandiose Kamera. Durch fast surrreal wirkende Schwenke und ausdrucksstarke Einstellungen bekommt der Film eine ganz eigene, eindrucksvolle, witzige und lebendige Atmosphäre.
Alles in allem ist „Popular Music“ ein großartiger Film zu einem großartigen Buch geworden.
Unbedingt anschauen!
Bei diesem Film handelt es sich um eine lustige Beschreibung der Freundschaft zweier Jungen in Schweden. Über ihre Träume und Gedanken, ihre ersten Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht und natürlich die Begegnung mit dem Alkohol. Im Vordergrund steht dabei die Freundschaft und ihr gemeinsames Vorhaben, aus diesem Ort auszuwandern.
Diese Szenen sind mit ausgesprochen guten und interessanten Kameraeffekten dargestellt. Während Matti im gutem Einklang mit seiner Familie lebt und schon früh von Frauen verführt wird, hat es Niila mit seinem Vater sehr schwer, der ihn zu jeder Gelegenheit schlägt. Beide hatten sich schon im frühen Alter für den dort nicht bekannten Rock`n Roll begeistert, doch schlägt der Versuch, selbst zu singen und Gitarre zu spielen fehl, da der strenge Vater diesen niederschlägt.
Niila entwickeln sich im Laufe des Filmes Verfolgungsträume über seine verstorbenen Großmutter, die mir die schöne Stimmung des Filmes ein wenig zerstörte, da sie mir monsterhaft und gar nicht passend vorkamen. Später bekommt die Schule einen neuen Musiklehrer, der nicht nur ein Anlass zum Lachen ist, sondern auch endlich den großen Traum der zwei Jungen wahr macht, indem er eine Rock`n Rollband gründet. Hier fängt nun langsam die Spaltung der Freundschaft an. Nach einem Konzert, bei dem der Sänger Matti wegen eines Mädchens die anderen im Stich lässt, entsteht der Riss, und Niila macht sich enttäuscht allein auf den Weg in die Fremde.
Mir gefiel die lockere Entwicklung des Filmes, nicht jedoch die abstrakten Bilder der Visionen der Träume, diese schienen mir zu sehr verfremdet und eher aus Comics entsprungen zu sein.
Rock’n’Roll, das ist ihr Leben, das merken Matti und Niila schon als kleine Erstklässler. Doch können sie ihren Traum, in ihrem kleinen Dorf, an der Grenze von Schweden und Finnland, nicht verwirklichen, da ihnen das wichtigste fehlt, nämlich eine Band, oder, noch wichtiger, vernünftige Instrumente. Noch dazu versucht Niilas Vater, jeden Versuch seines, Sohnes Musik zu machen, im Keim zu ersticken und verprügelt ihn regelmäßig. Bis eines Tages ein Musiklehrer an die schule kommt und Niilas und Mattis Liebe zum Rock’n’Roll neu entfacht.
Reza Bagher, der Regisseur, hat die Geschichte sehr gut umgesetzt und mit dem genau richtigen Maß an witzigen Szenen ausgestattet, so dass der Film nicht albern wird, aber trotzdem sehr witzig ist. Allerdings gab es eine kleine Ungereimtheit, dass Niila über mehrere Jahre hinweg in einem Ofen eingesperrt war, ohne irgendwelche Nahrung zu sich zu nehmen. Doch ist diese Szene nur ein kleiner schwarzer Punkt auf einem riesigen weißen Tuch. Die Schauspieler Andreas Af Enehielm (Niila) und Max Enderfors (Matti) haben sich sehr gut in ihre Rollen eingefügt und konnten die Emotionen überzeugend und sehr glaubhaft vermitteln. Ein weiterer großartiger Film von Reza Bagher, nach Capricciosa (2004,Kinderfilmfest Berlinale)!
