Die Jungen Journalisten

Kritik
Hana & Alice
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Hana und Alice sind zwei unzertrennliche Freundinnen, die alles zusammen machen und sich gegenseitig nie was verschweigen, bis Hana ihre beste Freundin, aufgrund eines Jungen, vernachlässigt. An dem Punkt fängt die Freundschaft langsam zu bröckeln an, und die beiden leben sich immer mehr auseinander. Noch dazu kommt, dass Hana diesem Jungen, Miyamoto, nur eingeredet hat, dass er Amnesie hat und dass sie zusammen sind. Jedoch fängt Miyamoto mit der Zeit an, an der Geschichte zu zweifeln und Hana muss ihr Lügennetz immer mehr ausweiten und auch Alice mit einbeziehen. Nur hat Hana nicht damit gerechnet, dass Alice, die in ihren Lügengeschichten die Ex-Freundin von Miyamoto ist, sich „wieder“ in ihn verliebt.
„Hana & Alice“ behandelt ein typisches Thema, die Liebe, wobei dieser Film, aufgrund seines komplizierten „Liebesdramas“, das wirklich witzig war, alles andere als eine normale Liebesgeschichte ist. Da ist es schon etwas seltsam, dass ein kleiner Stoß mit dem Kopf an eine Garagentür reicht, um sich einreden zu lassen, dass man eine Amnesie hat. Alle drei Schauspieler (Anne Suzuki als Hana, Yu Aoi als Alice und Tomohiro Kaku als Miyamoto) haben sich gut in ihre Rolle eingefügt und haben ihre Personen und deren jeweilige Probleme gut darstellen können.
Im Großen und Ganzen war „Hana & Alice“ ein witziger und interessanter Film über die „Alltags“-Probleme eines japanischen Mädchens.

Till Gerber, 14

Hana & Alice erzählt die Geschichte einer langjährigen Mädchenfreundschaft, die durch das plötzliche Auftreten eines Jungen zu einer Dreiecksbeziehung wird. Hana verliebt sich in Miyamoto, verfolgt ihn heimlich, macht Fotos und wechselt sogar auf seine Schule, um in seiner Nähe sein zu können. Miyamoto bekommt davon aber nix mit, denn er ist vertieft in seine selbstverfassten Texte, so vertieft, dass er eines Tages beim Lesen gegen ein Garagenrollo läuft und umkippt. Hana, die Miyamoto mal wieder verfolgt hat, eilt zu ihm um zu helfen. Als Miyamoto sie nun fragt, wer sie sei, erzählt Hana in ihrem Liebeskummer, dass sie seine Freundin ist. Miyamoto kann sich daran aber nicht erinnern. Hana läst nicht locker und redet ihm ein, er leide durch den Unfall an Amnesie, Miyamoto glaubt ihr. Trotzdem bleibt er misstrauisch und bringt Hana dazu, immer neue Lügen zu erfinden, um auf Miyamotos Fragen antworten zu können. Für eine dieser Lügen braucht Hana aber bald die Hilfe ihrer Freundin Alice, sie soll sich als Ex-Freundin von Miyamoto ausgeben und so alles Bestätigen was Hana sagt. Alice und Miyamoto kommen sich aber näher und Miyamoto weis nicht mehr, was er glauben soll, denn auch Alice wirkt bei dem, was sie sagt, nicht sehr überzeugend. Die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen leidet sehr darunter und droht zu zerbrechen…

Die Geschichte über die eingeredete Amnesie ist wirklich originell und zeugt von Einfallsreichtum, allerdings empfand ich Hana & Alice streckenweise als langatmig und unausgegoren. Manche Szenen wirken überflüssig und die Beziehungen der beiden Mädchen zu ihren Eltern, die besonders bei Alice alles andere als in Ordnung sind, werden nur oberflächlich angekratzt und verlieren im Laufe des Filmes an Bedeutung, obwohl diese für weitere Spannung hätten sorgen können.

Hana & Alice ist ein sehr ruhiger Liebesfilm mit viel Gefühl und unkonventioneller Hintergrundgeschichte, die sich wohl eher an tief romantische Menschen richtet und nicht so sehr an den Durchschnittskinobesucher.

Vinzenz Lehnert, 19


Shunji Lwai hat in dem Film „Hana & Alice“ ein für mich völlig neues, unerwartetes Thema geschaffen. Miyamoto, ein hübscher Junge wird heimlich von Hana verfolgt und bei jeder Gelegenheit fotografiert, weil er ihr Interesse geweckt hat. Als er eines Tages gegen ein Garagentor läuft und mit dem Kopf aufs Pflaster fällt, nutzt Hana die Situation aus, um ihm zu erzählen, dass er sie geliebt hätte. Jener kann sich an nichts dergleichen erinnern, was ja auch nicht verwunderlich ist, doch Hana lässt nicht locker und erzählt ihm, er hätte einen Teil seines Gedächtnisses verloren. Durch immer mehr Notlügen gibt es eine ziemliche Verstrickung. Als Alice dann auch noch seine Exfreundin sein soll, wird er immer misstrauischer. Schließlich verliebt sich auch Alice in Miyamoto. Die drei lösen den Konflikt, ohne dass einer von ihnen zum Verlierer wird.

Schön, ruhig und mit vielen schönen Details zeigt der Film einen sehr realistisch dargestellten Lebensausschnitt. Geschickt wird den Zuschauern vermittelt, was Wirklichkeit ist und was dem anscheinend „gedächtnisverlorenen“ Jungen vorgegaukelt wird. Die Geschichte im Film könnte sich wirklich so zugetragen haben. Es wird dem Zuschauer leicht gemacht, sich in diese Welt entführen zu lassen. Eine schöne Love Story ohne jeglichen Kitsch. Deutlich wird, dass eine gute Freundschaft an nichts zerbricht und auch nicht zu Ende geht, nur weil beide denselben Jungen lieben. Was wir uns zum Vorbild machen sollten.

Leonie Groß, 14


Zu allererst müsst ihr wissen, dass ich asiatisches Kino liebe. Vor allem das moderne. Ob nun eine Gewaltoper wie „Old Boy“, oder wundervolles Kino wie „Samaritan Girl“, dessen Regisseur Kim-Ki Duk im letzten Jahr den Silbernen Bären gewonnen hat.

„Hana & Alice“ ist ein wunderschöner, meditativer Film. Hana und Alice sind beste Freundinnen seit Ewigkeiten. Als Hana sich allerdings in einen Jungen verliebt dem einredet, er habe Gedächtnisverlust und er sei in sie verliebt, wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, denn auch Alice verliebt sich in den verunsicherten Jungen.

Der Film handelt letztendlich nicht von der nicht vorhandenen Amnesie des Jungen – was nebenbei erwähnt ein geniales Konzept für einen Thriller wäre – sondern in erster Linie von Freundschaft (das merkt man schon alleine daran, dass sich der Regisseur in der letzten halben Stunde des Films ausschließlich auf die Freundinnen konzentriert und der Junge aus dem Blickfeld gerät). Der Freundschaft zwischen zwei Mädchen. „Hana & Alice“ eben.

Wunderschön ruhige Bilder begleiten uns bei der langen Geschichte (der Film dauert 135 min.). Eine Einstellung, die einige Male vorkommt, in der die Schauspieler von der Seite gefilmt werden, hat mir besonders gut gefallen. Auch wenn es einige Längen gibt, wird der Film nie wirklich langweilig. Beeindruckend ist die Tanzszene ziemlich am Ende des Films, die ich zeitlich leider gar nicht einordnen kann (es hätten nur zwei, aber genauso gut auch acht Minuten sein können), die dazu führt, dass nach dem Verklingen der Musik und dem Aufsetzten des Fußes auf dem Boden das ganze Kino in Stille versinkt; und das nicht nur auf der Leinwand. Das ganze Publikum scheint wie hypnotisiert. So erging es mir jedenfalls.

Beeindruckend fand ich auch das komplexe Drehbuch, vor allem in den Dialogen zwischen Alice und dem Jungen hat es seine größten Stärken. Es geht um die ganz großen Themen des Lebens: Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Vergeben und vieles mehr. Man bekommt das Gefühl, als würde man all das für einen kurzen Augenblick verstehen. Das, denke ich, ist auch der Grund, warum der Film im 14Plus läuft. Denn „Hana & Alice“ ist anspruchsvolles Kino, das einem keine Moral vorsetzt oder sagt: so ist es richtig, sondern einen dazu auffordert nachzudenken und selbst das Richtige zu finden.

Aber vielleicht liegt meine Begeisterung für diesen Film auch nur in meiner Vorliebe für asiatisches Kino. Vielleicht ist er einfach nur totlangweilig und gibt vor, Kunstkino zu sein. Vielleicht. Aber nichts desto trotz hat er mich direkt oder indirekt zum Nachdenken gebracht. Und das kann heutzutage so schlecht ja nicht sein.

Adam Janisch, 17