Ohne Liebe wirst du nie etwas zum Erfolg bringen.
Donal, allein mit seiner Mutter aufgewachsen, hat eine Schwäche für Hunde und so hilft er oft bei den Zwingern von Joes Rennhundzucht aus. Joe, ein Mensch, der wohl nie echte Liebe erfuhr und seine Hunde nicht gerade auf die netteste Art behandelt, versucht für Donal die Vaterrolle zu spielen. Als der neue Hund Mighty Celt - von Joe schon als Looser abgestempelt - ertränkt werden soll, rettet Donal diesen aus Liebe zu ihm. Joe lässt sich darauf nur schwer ein, nicht jedoch ohne Deal. Tag und Nacht muss Donal arbeiten und vor allem den Hund trainieren, damit er die nächsten drei Rennen gewinnt und damit ihm gehören sollte.
Als plötzlich und unerwartet Donals Vater O wieder auftaucht und beide zunächst nichts von ihrer Verwandtschaft ahnen, beginnt eine Freundschaft zwischen den beiden, die Joe Angst bekommen lässt, den Jungen zu verlieren. Die Vater-Sohn Beziehung ist mittlerweile unzertrennlich geworden. Mit Gewalt will sich Joe nun die Nähe des Jungens erzwingen und lässt Mighty Celt absichtlich beim letzten Rennen verlieren. So erhofft er, den Jungen über den Hund halten zu können. Doch dies macht Donal nicht mit. Er durchschaut Joe und fordert die sofortige Aushändigung des Hundes. Kurzerhand schneidet Joe dem Hund die Kehle durch und wirft ihn Donal zu mit den Worten: „Hier hast du den Hund“.
Ich finde, der Film erinnert uns auf eindrucksvolle Weise daran, dass alles seine Liebe braucht, die entwickelt werden muss und nicht durch Gewalt eingefordert werden kann. Mit seiner Handlung, die das Thema von einer ganz anderen Seite her beleuchtet, hat er mir sehr gut gefallen. Es zeigt im Vordergrund die Beziehung zwischen Mensch und Tier, die ihre Parallelen auch zwischen den zwei Männern deutlich macht.
Nun denn, „The Mighty Celt“ also. Ganz kurz zu Handlung. Das Allerwichtigste, sie ist vorhanden. Das Zweitwichtigste, sie ist nicht schlecht. Nein, sogar gut: Junge arbeitet für bösen Hundetrainer, Junge freundet sich mit neuem Hund an, neuer Hund gewinnt alle Rennen, böser Hundetrainer bricht sein Versprechen, dem Jungen den neuen Hund zu schenken, Junge ist wütend, böser Hundetrainer tötet neuen Hund, Junge ist noch wütender und dann…, ach ja richtig da war ja noch was von wegen Vater und so. Am Ende gibt es wie prophezeit ein Happy End: Böser Hundetrainer wird bestraft, Junge bekommt neuen Hund.
Tut mir Leid wenn ich euch die Handlung verraten habe, aber mal ganz ehrlich: Kennen wir das nicht schon? Um es noch einmal zu verdeutlichen: böser Charakter tut gutem Charakter etwas Böses an (wie soll es auch anders sein). Guter Charakter lernt, dass man Böses nicht mit Bösem erwidern sollte. Böser Charakter bekommt gerechte Strafe (sehr wörtlich dargestellt) und am Ende sind alle zufrieden (Bis auf den bösen Charakter natürlich, aber so soll es ja auch sein).
Der Film ist nett. Wobei nett sehr vieles heißen kann. Ja, er ist sehr rührend und verdeutlicht auf verschiedenen Ebenen die Liebe eines Menschen, und ja, die Landschaftsaufnahmen Irlands sind sehr schön, aber irgendwie ist das alles so … hmm… ich weiß nicht, mir fehlt das richtige Wort dafür … menschlich, langweilig, spannend, vorhersehbar? Sucht euch was davon aus! Ich persönlich jedenfalls konnte dem Film nicht viel abgewinnen. Das mag vielleicht an meinem Alter liegen, aber andererseits bin ich ja noch nicht so weit von 14 entfernt. Da stellt sich gleich die Frage: Warum läuft dieser Film bitte im 14Plus und nicht im Kinderfilmfest? Ich weiß es nicht. Bzw. ich weiß es doch, aber hätte man eine Einstellung weniger gedreht oder einen Schnitt mehr gemacht (wer den Film gesehen hat, weiß was ich meine) könnte der Film locker mit einer Altersempfehlung ab 11 laufen, jetzt mal nur das Thema betrachtend.
Eins muss ich noch erwähnen: die schauspielerische Leistung ist wirklich nett. Wobei nett sehr vieles heißen kann. Dass sich Gillian „Agent Scully“ Anderson, die man seit Akte-X praktisch nicht mehr gesehen hat, schauspielerisch so weit entwickelt hat, hätte ich nicht gedacht. Und dass Robert Carlyle es schafft, aus der meiner Meinung nach nicht allzu besonders gut geschriebenen Rolle des Vaters noch so viel rauszuholen, ist wirklich bemerkenswert. Bemerkenswert ist auch der Nachwuchsschauspieler Tyronne McKenna, dessen irischer Akzent locker bei Robert und Gillian mithalten kann.
Ich hoffe ihr habt so einigermaßen verstanden, worauf ich hinaus will. Ich will den Film auf gar keinen Fall schlecht machen; denn das ist er nicht. Es ist nur, dass … nun ja … entscheidet selbst!
