Rund ums Kinderfilmfest

Samstag, 19. März
Das 28. Kinderfilmfest der 55. Berlinale ist vorüber, Zeit zum Ausruhen - oder einfach mal wieder ins Kino gehen?!

Hier aber noch ein kleiner Rückblick auf den letzten Tag und die Preisverleihung. Zehn Tage war der Zoo-Palst fest in Kinderhand, eine ganz besondere Atmosphäre herrschte während der ganzen Zeit! Aber nun, am letzetn Tag, war die Stimmung schon im Foyer ganz gespannt. Es kursierten die letzten Tipps zum Sieger, man schloss Wetten ab, und viele drückten auch einfach ihrem Favoriten die Daumen.

Als die Absperrung zu den Treppen geöffnet wurde, stürmte das ganze Menschengewimmel hoch zum großen Saal. Man wurde regelrecht mit dem Strom "mitgequetscht"! Als nun nach einigem Hin und Her endlich jeder seinen Sitz- oder auch Stehplatz ergattert hatte, ging es endlich los. Weil ja das Spannendste bekanntlich immer zum Schluss kommt, begann auch die diesjährige Preisverleihung mit der Vergabe der Preise der Internationalen Jury des Kinderhilfswerks.

Und die Spannung stieg... Zuerst gab es lobende Erwähnungen für zwei Kurzfilme:

Eine Sage aus dem hohen Norden, von der ich persönlich nicht erwartet hätte, dass sie ausgezeichnet wird - obwohl, bei genauerem Nachdenken hat sie, speziell für die abstrakten Zeichnungen, die lobende Erwähnung verdient. Also Applaus für "Skeleton Woman" und die Regisseurin Edith Pieperhoff aus Großbritannien. Ebenso glücklich war Reina Webster aus Neuseeland über die lobende Erwähnung ihres Beitrags "The little Things": Der Film will uns zeigen, dass es manchmal die kleinen Dinge sind, die das Leben besonders machen - auch wenn man glaubt, die ganze Welt sei gegen einen.

Gewonnen hat ein Kurzfilm, der mir besonders gut gefallen hat: "Lilla grisen flyger" ("Schweinchen fliegt") - eine wunderschön gezeichnete Geschichte über den festen Willen, seine Träume umzusetzen, auch wenn alle an einem zweifeln und man vieles ausprobieren muss, bevor man endlich ans Ziel kommt.

Nun vergab die Jury die Preise für die Spielfilme - bestimmt keine leichte Entscheidung! Es gab eine lobende Erwähnung für "Die Farbe der Milch" aus Norwegen. Das war auch einer meiner Lieblingsfilme auf dem diesjährigen Kinderfilmfest - er zeigt auf eine sehr schöne, eindringliche Art die erste Liebe.

Gewonnen hat mein ganz persönlicher Favorit: "Der Italiener", ein ganz berührender Film aus Russland mit einem so tollen Hauptdarsteller, dass allein er schon den Preis verdient hätte! Es gab einen Riesenapplaus für die wirklich guten Entscheidungen!

Doch noch stieg die Spannung weiter; bevor die Kinderjury ihre Gläsernen Bären verlieh, gab es noch die Ehrung für die besten Filme des 14plus-Festivals. Die Jugendjury hatte sich für "Turtles Can Fly"(lobende Erwähnung) und "Voces Inocentes" (Gläserner Bär) entschieden - beides Filme, die gleichzeitig bedrückten, beeindruckten und aufrüttelten.

Nun aber schien das Publikum vor Aufregung fast zu platzen: Die Kinderjury betrat die Bühne!

Eine richtige kleine Show hatten die Jurymitglieder vorbereitet - und auch sie begannen mit der Auszeichnung der Kurzfilme. Zwei lobende Erwähnungen gab es; für "Spielt Gott Fußball?" von Michael Walker aus Großbritannnien und für "Vent" aus den Niederlanden - durch seine Scherenschnitttechnik ein ganz ungewöhnlicher Trickfilm.

Der Gewinner wurde "The Djarn Djarns" aus Australien, ein wunderschöner, beindruckender Film darüber, wie einem Freunde und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe in schweren Zeiten wieder Zuversicht geben können.

Aber nun gab´s fast kein Halten mehr, sollte sich doch nun herausstellen, welcher Film in diesem Jahr das Rennen machen würde! Auch die Kinderjury vergab eine lobende Erwähnung an "Die Farbe der Milch" - für seine witzige und doch subtile Darstellung der Probleme Heranwachsender.

Und nun der Hauptpreis:

Der Gläserne Bär ging an "Bluebird" aus den Niederlanden. Für diese Entscheidung gab es einen Riesenbeifall - der Film hatte den Nerv eines breiten Publikums getroffen! Das aktuelle Thema Mobbing wurde so eindringlich dargestellt - und doch gab es am Ende Zuversicht; das war der beste Film für viele!

Ich muss zugeben, dass ich die Arbeit der Kinderjury sehr bewundere, bei all den wirklich guten und doch so unterschiedlichen Filmen hat es bestimmt viele Diskussionen gegeben, und die Entscheidung war sicher nicht leicht!

Für die tolle Auswahl ein ganz großes Dankeschön an das Kinderfilmfest-Team um Marianne Redpath und Thomas Hailer - die Filme haben uns wieder mitgenommen auf eine Reise durch fast alle Kontinente und uns ganz viel erfahren lassen - ich finde, genau das ist es, was Kino erreichen soll!

Hoffentlich, und das sagte auch Thomas Krüger vom Kinderhilfswerk, finden viele der diesjährigen Beiträge den Weg in unsere Kinos, damit ganz viele Kinder erfahren, was es jenseits von Walt Disney und Pixar alles gibt!

Ich freue mich schon auf´s nächste Jahr, wenn es heißt: "Das 29. Kinderfilmfest der 56. Berlinale präsentiert..."